Tibet – Bedenkliche Situation

Wie in einem vorherigen Beitrag versprochen, hier noch ein paar weitere Eindrücke zu Tibet. Solange wir in China waren, trauten wir uns nicht, diese zu veröffentlichen…

Grund hierfür ist die rigorose Kontrolle, Überwachung  und Zensur durch China, welche auch vor Touristen nicht halt macht. Wir wollen hier nicht die ganze Geschichte aufrollen. Wen es interessiert, soll sich selber schlau machen. Vielleicht kann sich jemand noch an die Unruhen vom März 2008 erinnern? Die Tibeter haben sich gegen den „Besatzer“ China gewehrt, und wurden blutig niedergeschlagen.

Wir schreiben hier ein paar Beispiele und Eindrücke auf:

  • In der Stadt Lhasa gibst an jeder Strassenecke und auf Häuserdächern schwer bewaffnete Soldaten. Fotografieren der Militär ist strengstens verboten. Wer dabei erwischt wird, sieht seinen Fotoapparat nie wieder.
  • Bei der Ein- und Ausreise(!) wird man gefilzt. Vor allem auf Bücher sind die Chinesen scharf: Jedes wird kurz durchgeblättert. Gesucht wird nach Bildern des Dalai Lama, aber auch nach allem, was Anti-Chinesisch tönt. So haben wir einen Isreali kennengelernt, dem sein Lonely Planet Reiseführer abgenommen wurde…
  • Tibeter müssen nächtliche, unangemeldete Hausdurchsuchungen über sich ergehen lassen; auch hier wird vor allem nach Fotos des Dalai Lama gesucht.
  • Die chinesischen Behörden schreiben die Geschichte des Tibet um resp. verfälschen sie. Gemäss tibetischen Museum in Lhasa gab/gibt es den Dalai Lama gar nicht, resp. er hatte keinen Einfluss auf das Volk…
  • Tibeter kriegen grundsätzlich keinen Reisepass.
  • Bei den Unruhen im März 2008 wurden die zahlreichen verletzten Tibeter nicht in die Spitäler hineingelassen.
  • In jedem Kloster, in jedem Restaurant stehen Spitzel, welche mithören, ob sich die Guides chinakonform verhalten. Letzes Jahr wurde ein Guide deshalb vor den Augen seiner italienischen Reisegruppe verhaftet,

Alles in allem erzeugt diese Sitation eine grosse Wut in uns. Hier wird ein friedliches Bergvolk massiv unterdrückt, und dies von einem Staat, den wir alle als Wirtschaftswunder betrachten.

Shame on you, China!

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